Jedes Jahr aufs Neue stehen Gartenbesitzer vor derselben Frage: Wohin mit dem ganzen Laub? Viele denken sofort ans Zusammenharken und Entsorgen. Doch damit wird wertvoller Rohstoff verschwendet! Stattdessen bietet sich eine deutlich nachhaltigere, einfachere und bodenfreundlichere Methode an: Laub mulchen.
Laub zu mulchen bedeutet, es dort liegen zu lassen, wo es fällt – oder es gezielt als Mulchschicht zu nutzen. Moderne Rasenmäher zerkleinern das Laub so fein, dass es weder den Rasen erstickt noch ungepflegt aussieht. Gleichzeitig entsteht ein natürlicher Dünger, der den Boden langfristig verbessert.
In diesem Beitrag erfährst du:
- warum Laub mulchen besser als Entsorgen ist,
- wie du richtig mulchst,
- welche Fehler du vermeiden solltest,
- warum Mulchlaub ein natürlicher Dünger ist,
- wie lange das Laub zum Verrotten braucht,
- und welche Laubsorten besonders geeignet sind.
Zusätzlich erhältst du eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, Tipps für verschiedene Gartentypen sowie einen ausführlichen FAQ-Bereich.
Was bedeutet “Laub mulchen”?
Unter Laub mulchen versteht man das Zerkleinern von Herbstlaub in kleine Partikel, die anschließend auf dem Rasen oder in Beeten verbleiben. Der Mulcher oder Mulchmäher sorgt dafür, dass das Laub nicht als dicke Schicht liegen bleibt. Stattdessen wird es fein zerhäckselt und fällt als nährstoffreiche Mulchschicht zu Boden.
Der Vorteil:
Das zerkleinerte Material wird durch Bodenorganismen wie Regenwürmer und Mikroorganismen zersetzt und in Humus umgewandelt. Dieser verbessert langfristig:
- die Bodenstruktur,
- die Nährstoffverfügbarkeit,
- die Wasserspeicherfähigkeit,
- das Bodenleben.
Mulchen ist also ein aktiver Beitrag zur Bodenverbesserung – kostenlos und ohne zusätzlichen Arbeitsaufwand.
Warum sollte man Laub mulchen statt entsorgen?
Die Vorteile sind enorm. Hier die wichtigsten Gründe, warum Laub mulchen aus ökologischer und praktischer Sicht sinnvoller ist:
1. Kostenfreier Naturdünger
Laub enthält wertvolle Mineralstoffe wie Magnesium, Stickstoff, Kalium und Kalk. Diese langsam freizusetzen ist ein natürlicher Düngeprozess – völlig kostenlos und ideal für jeden Garten.
2. Zeitersparnis
Stundenlanges Harken oder das Schleppen von Laubsäcken entfällt. Ein kurzer Mulchgangan reicht aus.
3. Bodenschutz im Winter
Gerade im späten Herbst schützt eine Mulchschicht den Boden vor Austrocknung und Frost. Pflanzenwurzeln bleiben isoliert und Mikroorganismen können weiterarbeiten.
4. Unterstützung der Bodenlebewesen
Regenwürmer, Käfer und Mikroorganismen freuen sich über feines Laub als Nahrungsquelle. Dadurch verbessert sich die Bodenqualität nachhaltig.
5. Ressourcenschonung
Wer Laub entsorgt, verschwendet wertvolle Biomasse. Mulchen hingegen spart:
- Müll,
- Transportwege,
- Energie zur Laubentsorgung.
Wann ist der beste Zeitpunkt zum Laub mulchen?
Laub fällt meist über mehrere Wochen hinweg. Grundsätzlich gilt:
- Immer dann mulchen, wenn 50–70 % der Rasenfläche sichtbar ist.
- Liegt zu viel Laub, erst grob verteilen oder in mehreren Durchgängen mulchen.
- Ideal bei trockenem Wetter und trockenem Laub.
Feuchtes Laub verklumpt und kann den Mäher blockieren.
Wie funktioniert Laub mulchen? Schritt für Schritt
Viele Gartenbesitzer fragen sich, ob sie dafür einen speziellen Mulcher brauchen. Die Antwort:
Ein normaler Rasenmäher mit Mulchfunktion reicht völlig aus.
Manche Rasenmäher können auch ohne speziellen Einsatz mulchen, wenn das Laub dünn genug liegt.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
1. Rasen kurz schneiden
Ein kurzer Rasen (ca. 4 cm) sorgt dafür, dass sich das Mulchmaterial besser verteilt und zersetzt.
2. Laub gleichmäßig verteilen
Bei großen Laubhaufen sollte man das Laub vorher mit dem Rechen leicht verteilen.
3. Mähwerk auf Mulchmodus stellen
Den Mulcheinsatz einsetzen – falls vorhanden.
4. Langsam mähen
Durch langsames Fahren wird das Laub gründlicher zerkleinert.
5. Ergebnis überprüfen
Die Laubstückchen sollten kleiner als 2 cm sein. Wenn nicht:
-> Noch einmal drüberfahren.
6. Mulchschicht liegen lassen
Jetzt arbeitet die Natur für dich weiter!
Wie viel Laub darf auf dem Rasen liegen bleiben?
Zu viel Laub kann den Rasen ersticken, besonders wenn es sehr dicke Arten wie Eiche oder Walnuss sind. Daher gilt:
- Pro Durchgang maximal 1–2 cm Laubschicht.
- Dickes Laub (z. B. Kastanie) besser vorher leicht zerkleinern.
- Mehrfaches Mulchen im Herbst ist ideal.
Welche Laubsorten eignen sich zum Mulchen?
Nicht jedes Laub verrottet gleich schnell. Hier ein Überblick:
Sehr gut geeignet
- Ahorn
- Birke
- Linde
- Apfel / Kirsche
- Haselnuss
Diese Laubarten zersetzen sich schnell und geben viele Nährstoffe frei.
Mit Einschränkungen geeignet
- Eiche (enthält Gerbstoffe → langsamere Verrottung)
- Walnuss (enthält Juglon → besser nur dünn mulchen)
- Kastanie (sehr dickes Laub)
Nicht geeignet
- Krankes Laub mit Pilzbefall
(z. B. Mehltau, Kastanienminiermotte)
Wie lange braucht Laub, um zu verrotten?
Das hängt vom Laubtyp und der Zerkleinerung ab:
- Fein gemulchtes Laub: 4–8 Wochen
- Dickeres Laub: 3–6 Monate
- Eiche/Walnuss: bis zu 12 Monate
Durch Mulchen wird der Zersetzungsprozess deutlich beschleunigt.
Laub mulchen im Beet: Eine Win-Win-Situation
Nicht nur der Rasen profitiert. Auch Staudenbeete, Sträucher und Hecken lieben eine Laubschicht.
Die Vorteile:
- Schutz vor Frost
- gleichmäßige Bodentemperatur
- natürliche Unterdrückung von Unkraut
- bessere Nährstoffversorgung
- weniger Verdunstung im Sommer
Gerade in naturnahen Gärten wird Mulchlaub als unverzichtbar angesehen.
YouTube-Video zum Thema “Laub mulchen”
Hier ein hilfreiches Video, das zeigt, wie einfach Mulchen in der Praxis funktioniert:
Fehler, die du beim Laub mulchen vermeiden solltest
Zu nasses Laub mulchen
→ Verklebt den Mulcher, zersetzt sich schlechter.
Zu dicke Schichten lassen
→ Der Rasen bekommt zu wenig Licht.
Krankes Laub mulchen
→ Kann Krankheiten weiterverbreiten.
Walnusslaub in großen Mengen mulchen
→ Hemmt das Wachstum mancher Pflanzen.
FAQ – Häufige Fragen rund ums Laub mulchen
1. Ist Laub mulchen gut für den Rasen?
Ja! Der Rasen erhält kostenlose Nährstoffe, und Mulch schützt ihn vor Frost und Austrocknung. Studien zeigen sogar, dass Rasen im Frühjahr dichter wächst.
2. Kann ich mit einem normalen Rasenmäher mulchen?
Ja, solange das Laub nicht zu dick liegt. Mulchmäher machen es jedoch einfacher.
3. Muss ich im Herbst noch düngen, wenn ich mulche?
Oft nicht. Mulchlaub liefert viele Nährstoffe und ersetzt den Herbstdünger teilweise oder vollständig.
4. Was mache ich mit Eichen- oder Walnusslaub?
In dünnen Schichten mulchen, oder für Beete verwenden. Nicht zu viel auf einmal.
5. Darf Laub im Winter auf dem Rasen liegen bleiben?
Wenn es fein gemulcht ist: Ja!
Dicke Blätter sollten jedoch vorher zerkleinert werden.
6. Kann Mulchen Moos im Rasen fördern?
Nein, das Gegenteil ist der Fall. Mulch verbessert die Bodenqualität und reduziert Mooswachstum.
7. Kann ich Laub auch mit einem Akku-Mäher mulchen?
Ja, viele moderne Akkumäher haben Mulchfunktionen und schaffen problemlos Herbstlaub.
Fazit: Laub mulchen ist die beste Entscheidung für deinen Garten
Statt Laub alljährlich mühsam zusammenzurechen, kannst du es sinnvoll nutzen: als natürlichen Dünger und Bodenschutz. Mulchen spart Zeit, Geld, Ressourcen – und macht deinen Garten ökologischer.
Ob im Rasen oder im Beet: Mulchlaub verwandelt sich zu wertvollem Humus, verbessert die Bodenstruktur und stärkt das gesamte Ökosystem deines Gartens.
Wenn du nächstes Jahr wieder vor einer Laubflut stehst, denk daran:
Nicht entsorgen – mulchen!


